Monats-Archive: April 2013

MY FAIR
AUXBURG

 

fĂĽr die gesamte Fotostrecke auf das Startbild klicken
 
Nachhaltig? Auf jeden Fall reichhaltig!
 

Die neue Ausgabe rollte bereits durch die Druckerpresse, da kam diese Einladung: MY FAIR FASHION SHOW / 11. April / 18.30 Uhr / Toskanische Säulenhalle. Faire Fashion? Was hätte das gut zum aktuellen Thema textil gepasst! Zu spät. Doch für seine Webseite konnte der Lechler sich das nicht entgehen lassen.

Und was hat er gelacht, an diesem Abend!

 

Selten wurde das Thema Nachhaltigkeit amĂĽsanter und unterhaltsamer aufbereitet. MY FAIR AUXBURG hieĂź die Veranstaltung, zu der die Organisation ThinkCamp im Rahmen ihrer Initiative dunaVision und in Kooperation mit dem Augsburger KĂĽnstlerensemble bluespots productions einlud.
 
 

my_fair_auxburg_1

 
 
Wanderlust
 

Den Auftakt machte eine Couch-Talkrunde. Zu Gast bei Moderatorin Lisa Bühler: Helene, Sarah und Johannes vom Projekt dunaVision. Im Namen der Nachhaltigkeit wandern sie an der Donau entlang auf der Suche nach nachhaltigen Projekten in den verschiedenen Regionen. Der Fußmarsch startete am 15. März an der Quelle der Donau im Schwarzwald und soll am 8. September im Donaudelta am Schwarzmeer enden. Wer streckenweise mitlaufen möchte, findet unter www.dunavision.eu mehr Informationen.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit und wie lebt man sie? Das ist eine der Kernfragen des Wanderprojekts, die Lisa Bühler gleich postwendend ans Publikum weitergab. Neben Klassikern wie Radfahren – „und zwar bei JEDEM Wetter“ – und Fair Trade-Kaffee aus dem Weltladen gab es auch spannendere Wortmeldungen der Gäste wie z.B. der Hinweis auf die „Toys Company“ – eine Sammelstelle für gebrauchtes Spielzeug, das in eigenen Werkstätten repariert und schließlich kostenfrei an bedürftige Familien mit Kindern weitergegeben wird.
(www.toyscompany-augsburg.de)

 
 

my_fair_auxburg_10

 
 
Von Shopping-Queens and Kings
 

Das Highlight des Abends war aber die MY FAIR FASHION SHOW. Sieben Kandidaten durften sich für 50 € nachhaltig einkleiden. Drei Kandidaten hatten sogar ein Budget von 150 € zur Verfügung. Dafür lief aber auch die Kamera.

Kurz fĂĽhlte man sich wie zur besten Sendezeit bei vox. Angelehnt an eines der wohl sinnfreiesten TV-Formate, die die Privatsender je hervorgebracht haben – die vox-Show „Shopping Queen“ -, begleitete ein Filmteam die drei Kandidaten auf ihrer persönlichen, mehr oder weniger nachhaltigen Shoppingtour.

 

Und da war fĂĽr jeden etwas dabei: Die Studentin, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Second Hand Läden Augsburgs abklappert und dabei ein wirklich umwerfendes Outfit findet. Der fashionerprobte Praktikant, der die Nachhaltigkeit in einer internationalen Modekette sucht … und sie gleich im Eingangsbereich in einer Pappsäule findet, in die man alte Jeans werfen kann, die – so das Versprechen des Unternehmens – zu neuen Hosen recyclet werden. Und die Fotografin, die bequem per Mausklick ein Vintagekleid bei kleiderkreisel.de bestellt – Tauschbörse und Onlinemarktplatz in einem. Das „CatwalkTraining“ von Johanna entschädigte dann all jene, die an diesem Donnerstagabend „Germany’s Next Topmodel“ verpassten. Eine gelungene Hommage an den Shopping Queen Trash.

 
 

my_fair_auxburg_4

 
 
Mehr oder weniger nachhaltig
 

Mit charmanter Natürlichkeit, (un)freiwilliger Komik, wahrer Grazie oder aber Exzentrik liefen die zehn Kandidaten zu Musik von boymiezgirl über den selbst geschraubten (EuroPaletten)Laufsteg. Bewertet wurden die nachhaltigen Kreationen in drei Kategorien: Fashionfaktor, Nachhaltigkeit und Publikumsgunst. Wobei die Jury vielleicht selbst eine kleine Nachhilfe in Nachhaltigkeit gut gebrauchen hätte können. Denn ausgerechnet jenes Kleid wurde an diesem Abend zum Sieger gekürt, das über den Onlineversand per Paket nach Hause kam. Nun machen Paketdienste eher mit bedenklichen Arbeitsbedingungen Schlagzeilen, weniger mit Nachhaltigkeit. Immerhin sorgte das für nachhaltigen Diskussionsstoff nach der Show. Bei Facebook kommentierte etwa jemand: „Joa, alles war ja nicht nachhaltig! Beim Essen wusste keiner was drin ist (vegan war es nicht!) und die zwei Leder-Pelz-Jacken ein NoGo!“
 
Gerechterweise muss man aber sagen, dass auch das Publikum beim Frei-Haus-Dress am lautesten applaudierte. Was wohl beweist, dass eine MY FAIR AUXBURG SHOW längst überfällig war. Und um es künftig etwas nachhaltiger anzugehen, bot diese Show einige gute Ansätze, Stoff zum Nachdenken und gute Stimmung, die sicher noch einige Zeit nachhalten wird.

 

 
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
 

Making Sackerl

 
Die Strick- und Nährebellen von MAKING AUGSBURG rollen mit ihrem mobilen Laufsteg und der mobilen Nähwerkstatt nur ab und an durch die Stadt. „Pop Up Projekt“ nennt der Lechler sie deswegen.
Pop hat’s auch gemacht, als das Skype-Fenster von Sophiete, Mitbegründerin von Making Augsburg, zum Interview auf dem Bildschirm aufploppte. Für einen Auftritt als Rapperin weilte die Kommunikationsdesignerin und Selbermacherin zu dem Zeitpunkt nämlich in Wien. Neben klugen Wortreimen entwarf sie in Österreich auch eine Do-it-Yourself-Anleitung für’s Lechler Magazin.

 

Quick and flirty – in fĂĽnf Schritten zum eigenen Sackerl … nicht nur zum Turnen gut!

 

Was Sie benötigen:

- mindestens 60×42 cm Stoff
- Nadel und Nähgarn
- dicke Schnur oder Schnürsenkel für Träger
- Metallösen, falls Sie kein Knopfloch nähen können.

 

1

 

Stoff flach auslegen und in der Mitte falten.

Seitennaht rechts mit Stecknadeln vorstecken.

 

Zu 1: ein eigenes Wäscheetikett zwischen die aufeinanderliegenden Stoffschichten einlegen.

 

2

 

Zu 2: Naht 2 mit 1 cm Nahtzugabe zunähen, an beiden Enden vernähen. Die Nahtzugabe umklappen, also von der Seitennaht wegdrücken, und flach anbügeln.

 

Zu 3: Sackerl mit Naht 3 schlieĂźen. Auch hier 1 cm Nahtzugabe.

 

3

 

Das Sackerl wenden.

 

Zu 4: Zwei Knopflöcher am oberen Rand des Sackerls markieren und nähen bzw. mit den Metallösen fixieren.

Der Bund des Sackerls soll 3,5 cm hoch sein. Dazu von der offenen Seite des Sackerls 4,5 cm fĂĽr den Bund nach unten klappen, 1 cm ist Nahtzugabe.

 

Zu 5: Den Bund mit Naht 5 festnähen.

 

Wichtig: Es muss genug Spielraum um die Knopflöcher nach oben und unten sein.

 

4

Zu 6: Die unteren Ecken des Sackerls mit Naht 6 stabilisieren.

 

In beide Ecken ein Knopfloch einnähen oder eine Metallöse einschlagen. Bei der Ösenvariante am besten ein Dreieck um die Ösen herum zur Stabilisierung der Sackerl-Ecken nähen.

 

5

 

Schnur oder SchnĂĽrsenkel einziehen und freuen!

 

 
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *