Ein klares Ja
zu No! No!


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Man h├Ârte schon von weitem, dass da etwas vor sich geht im Theater Augsburg. Alternative reckten vor dem Eingang ihre Plakate in die Luft und skandierten ihren Protest laut heraus: ┬╗Theater f├╝r alle! Theater f├╝r alle!┬ź
Alternative Demonstrantler vor dem Stadttheater? Damit konnte manch gut gekleideter Premierenbesucher nichts anfangen, zumindest hatte er die Br├╝cke nicht begriffen und konterte mit: ┬╗Freibier f├╝r alle!┬ź Dabei war die kleine Kultur-Demo ein wohl durchdachtes und geplantes Vorgepl├Ąnkel zur Premiere von Luigi Nonos ┬╗Intolleranza 1960┬ź. Es war ein Abend, der die Besucher von einer ├ťberraschung zur n├Ąchsten stolpern lie├č.  
 
Auf der B├╝hne ein St├╝ck, so verst├Ârend wie anstrengend. Aber muss eine szenische Inszenierung ├╝ber Faschismus, Folter, Vertreibung, Gefangenschaft und Naturkatastrophen nicht genau das sein? ┬╗Intolleranza 1960┬ź ist ein nicht enden wollender Spannungsbogen aus Dissonanzen, die einen zwingen hinzuh├Âren, wenn gegen das Unrecht dieser Welt angesungen wird. Die Inszenierung von Ludger Engels jagte einem einige Schauer ├╝ber den R├╝cken. 

Die Beklemmung begann schon vor dem Gro├čen Haus. In einem Tableau Vivant, einem lebenden Bild, stellten K├╝nstler des freien Ensembles bluespots productions ein Gem├Ąlde von Eug├Ęne DelacroixÔÇÖ nach, ┬╗Die Freiheit f├╝hrt das Volk┬ź. Im Foyer des Theaters: Videoinstallationen. Vor dem Theater: ein Taxi mit Audioinstallation.
Der Abend sah viele verbl├╝ffte und staunende Gesichter, an denen auch die Theaterangestellten, die das Publikum durch den Abend f├╝hrten, sichtlich ihren Spa├č hatten.
 
Und der Protest geht weiter: Das gesamte Wochenende ├╝ber wird im Theater Augsburg der Aufstand nach Nono geprobt. Vortr├Ąge, Flashmob-Aktionen, Videovorf├╝hrungen ÔÇô vieles davon ohne Eintritt ÔÇô begleiten die Intolleranza-Premieren, die Lust auf die kommende Spielsaison machen.
 
Was wann wo? Ein kleiner ├ťberblick findet sich hier: Theater Augsburg

 

 

 
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